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PSM-Konzept

Struktur in der Trinkwasseruntersuchung

Das PSM-Konzept 2014 von LfU und LGL in Bayern klärt eine lang bestehende Unsicherheit in der Untersuchung von Pestiziden. Bereits die Trinkwasserverordnung aus dem Jahr 1990 gab vor, Trinkwasser so zu untersuchen, dass Pestizide und deren Hauptabbauprodukte (Metalboliten) analysiert werden, die aufgrund des Wassereinzugsgebietes zu erwarten sind.

Keine einheitliche Umsetzung in der Praxis

Die gelebte Praxis zeigt allerdings auch nach 25 Jahren einen sehr unterschiedlichen Umgang mit diesem Thema. Für eine umfassende Untersuchung richten sich die Untersuchungsprogramme oft nach individuellen Laborlisten oder bestimmten Untersuchungsnormen.

Das PSM-Konzept

Um sachgerechte Listen zu etablieren, haben das Landesamt für Umweltschutz (LfU) und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Bayern ein Konzept entwickelt, das die Wasserversorgungsunternehmen und die zuständigen Behörden bei der Auswahl der Untersuchungsparameter unterstützt.

 

Herzstück ist eine Arbeitshilfe, die auf Basis der im Einzugsgebiet angebauten Feldfrüchte eine Untersuchungsliste der zu untersuchenden Parameter erstellt. Diese Liste wurde in Form einer Excel-Datei zur Verfügung gestellt.

Anwendung und Ablauf des Konzeptes

Der Betreiber hat danach die Feldkulturen im Wassereinzugsgebiet zu ermitteln und dem Wasserwirtschaftsamt zu melden.

 

Unterschieden wird in die Kategorien:

  • Getreide
  • Mais
  • Raps
  • Kartoffeln
  • Rüben
  • Körnerleguminosen
  • Feldfutter
  • Grünland
  • Wein
  • Obst
  • Spargel
  • Gemüse
  • Hopfen
  • Sonstiges (z.B. Flächenstilllegung)

 

Das Wasserwirtschaftsamt legt in der Folge mit dem Gesundheitsamt einen Untersuchungsumfang fest, den der Wasserversorger schließlich bei seinem Labor in Auftrag gibt.

Höherer Aufwand = unüberschaubare Zusatzkosten?

Die 78 in der Liste vorgeschlagenen Substanzen stellen gegenüber bisherigen Untersuchungsprogrammen in der Regel einen deutlich erhöhten Aufwand dar. Im Rahmen von Vorerhebungen und Normungsverfahren sind wir mit den "neuen" Untersuchungsparametern vertraut und haben diese bereits in die bestehenden Verfahren eingebaut.

 

Dabei haben wir die Analysemethoden so optimiert, dass die Kosten möglichst minimiert werden - auf Knopfdruck lässt sich der Analyseaufwand für jegliche Kombination aus verschiedenen Anbaukulturen abrufen. Das Untersuchungsspektrum finden sie hier.

Sie haben noch Fragen?

Gerne beraten wir Sie zum PSM-Konzept und hinsichtlich der Untersuchungen. Ihr AIR-Ansprechpartner Stephan Fahrmayr ist seit zehn Jahren Mitarbeiter im zuständigen DIN Normenausschuss Wasserwesen. Er hat die Normung der organischen Spurenanalytik mittels HPLC wesentlich mitgestaltet.